Wenn das Leben heimwärts fließt

Samhain – das Ahnenfest im Jahreskreis

Wenn die Natur ihre Kräfte zurückzieht und die dunkle Jahreszeit beginnt, lädt uns Samhain ein, still zu werden und unseren Wurzeln nachzuspüren. Im Bild der alten Frau Holle begegnen wir dem Geheimnis der Heimkehr, der Wandlung und der tiefen Verbundenheit mit unseren Ahnen.

Frau Holle und das Geheimnis der Tiefe

Die letzten Blätter lösen sich von den Zweigen.
Nebel ziehen über die Felder
und die Erde atmet den Duft von feuchtem Laub und Vergänglichkeit.
Was noch vor wenigen Wochen in Farben leuchtete,
wird still.
Das Leben wendet sich nach innen.

Frau Holle geht durch das dunkler werdende Land.
Nicht mehr als die Weiße Frau, die im Frühling das Leben hervorlockte.
Nicht mehr als die Rote Frau, die im Sommer die Früchte reifen ließ.
Nun trägt sie den dunklen Mantel der Alten.
Ihre Schritte sind langsam, ihre Augen tief und wissend.
Sie kennt den Weg zurück.

Unter den Wurzeln der Bäume,
tief unter Erde und Wasser,
liegt ihr verborgener Garten Immergrün.
Dorthin führt sie, was seine Zeit im Licht erfüllt hat.
Was seine Gestalt verliert, darf heimkehren.
Was sich erschöpft hat, darf ruhen.
Was vergangen scheint, wird im Dunkel geborgen.

Denn das Leben kennt nicht nur das Hervortreten,
sondern ebenso das Zurückströmen.
Wie der Atem, der sich hebt und wieder senkt.
Wie die Welle, die ans Ufer kommt
und sich zurückzieht in die Tiefe des Meeres.

Und während die Welt über der Erde stiller und stiller wird,
die Bäume ihre letzten Blätter lassen
und die Kräfte des Lebens sich ins Verborgene zurückziehen,
öffnet die alte Holle ihren Schoß.

Tief unter den Wassern,
wo die Wurzeln der Welt ihren Ursprung haben,
hütet sie das Geheimnis allen Werdens und Vergehens.
Hier dürfen die alten Formen sich lösen,
hier darf das Gewesene ruhen,
bis aus der Stille heraus etwas Neues Gestalt annimmt.

Auch die Seelen derer, die vor uns waren,
finden in ihrem Garten Zuflucht.
Hier sind sie geborgen,
eingewoben in das große, unsichtbare Geflecht des Lebens,
aus dem auch wir hervorgegangen sind.

Denn nichts geht jemals verloren.
Alles wandelt sich.

Alles, was hervortritt,
kehrt eines Tages zurück,
um aus der Tiefe neu zu erwachsen.

Und so heißt es, dass in den Nächten um Samhain,
wenn das alte Jahr sich neigt
und die dunkle Zeit beginnt,
die Schleier zwischen den Welten dünner werden.

Dann scheint das, was sonst verborgen bleibt,
für einen Augenblick näher zu rücken.
Die Gegenwart der Ahnen wird spürbar –
in der Erinnerung an ihre Wege,
in dem, was sie uns hinterlassen haben,
in unseren Händen, unseren Stimmen,
in den Geschichten, die wir weitertragen.

Und vielleicht ist dies die besondere Gabe dieser dunklen Zeit:
still zu werden und zu lauschen,
den eigenen Wurzeln nachzuspüren
und sich wieder als Teil jenes großen Lebens zu erfahren,
das weit über unser einzelnes Dasein hinausreicht.

Die Tore zur Tiefe stehen offen

Bist Du bereit, Dich in die Stille sinken zu lassen, Deinen Wurzeln nachzuspüren und Dich mit der Kraft und Weisheit Deines Ahnenfeldes zu verbinden?

Zu Samhain, dem Ahnenfest und Beginn der dunklen Jahreszeit, lade ich Dich ein, diesen besonderen Übergang bewusst zu begehen – im Kreis der Natur, begleitet von der Weisheit alter Geschichten und im Vertrauen auf die große natürliche Ordnung.

Meine aktuellen Termine findest Du hier.

Bleib im Kreis verbunden –
mit Terminen und Impulsen.

Ich schreibe Dir, wenn etwas reif ist.

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Über die Autorin

Ich bin Katja – ich begleite Menschen, die sich vom Ruf der Natur leiten lassen und in Wandlungsphasen Halt und Orientierung suchen. Ich arbeite mit dem Lebensrad nach Seghezzi, einer naturzyklischen Landkarte, und unterstütze Dich gerne dabei, Dich tief mit den natürlichen Zyklen und Dir selbst zu verbinden.

Ich biete Jahreskreis-Naturrituale, individuelle Naturrituale und naturmystische Seminare an, die Raum für persönliche Entwicklung und das Erleben von Verbundenheit schaffen.

In meinem Blog teile ich Impulse zu Natur, Lebenszyklen und spiritueller Ausrichtung.

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